Das Betreten von Sälen und Salons mit einer reichen und vielfältigen Geschichte, wie die von Schloss Läckö, weckt die Neugier auf den Ort und die Menschen, die ihn einst geprägt haben. Jeder Raum trägt die Spuren der Hände, Stimmen und Leben, die diesen Ort einst geprägt haben. Diese aufgeladene Präsenz weckt den Wunsch, im Einklang mit dem, was gewesen ist - und mit dem, was immer noch geschieht - zu gestalten.
Die Universitätsbibliothek Lund besitzt die erhaltene Korrespondenz von Magnus Gabriel De la Gardie. Das Schreiben enthält ein Fragment der Realität, die ihn umgab. Wenn man die Briefe liest, entstehen neue Gedanken - eine neue Geschichte, eine neue Realität -, obwohl der Mann nicht mehr anwesend ist. Die Texte werden zu Reminiszenzen an das, was einmal war, sowohl durch die Form der Schrift als auch durch ihren Inhalt. Sie treten in einen Dialog mit den Skulpturen und lassen eine Realität entstehen
Übergang in einen anderen.Die prächtigen Säle von Schloss Läckö zeugen von Begegnungen zwischen verschiedenen Materialien, die seit Jahrhunderten miteinander verbunden und verwendet werden. Bei diesen Begegnungen geht es nicht nur um Konstruktion, sondern auch um Kommunikation, um den Dialog zwischen den Eigenschaften der Materialien. Auf die gleiche Weise sind verschiedene
Materialien in den Skulpturen. Lehm, Papier, Stoff, Glas und Stein können nebeneinander bestehen und neue Ausdrucksformen bilden. Leichter Ton, der von innen nach außen aufgebaut wird. Harter Stein, der von außen nach innen geformt wird. Transparentes Glas, das in einem einzigen flüchtigen Moment seinen endgültigen Körper erhält. Zeit, Widerstand und Möglichkeiten vereinen sich in einem Rhythmus zwischen Stille und Bewegung.Hier ist die Zeit nicht linear - sie ruht, verschiebt sich, kehrt zurück. Die Zeit steht und balanciert zwischen damals und heute, zwischen Wort und Form, zwischen dem Ephemeren und dem Dauerhaften. In der Begegnung zwischen den Materialien, dem Ort und dem Betrachter entstehen Momente neuer Präsenz, in denen die Geschichte noch einmal Körper bekommt.
Die Kunst von Nimar bewegt sich im Grenzbereich zwischen Form und Landschaft, zwischen Materie und Poesie. Indem sie schwere, erdige Materialien mit transparenten und fast immateriellen Elementen kombiniert, erforscht sie die Spannung zwischen dem, was bleibt und dem, was verschwindet. In ihren Arbeiten erhalten die Materialien eine Stimme: Die Stille des Steins, die Klarheit des Glases und der Atem des Tons werden zu Geschichten von Präsenz, Zeit und Transformation - wo das Sichtbare und das Unsichtbare ineinander eingeschrieben sind.
- Yvonne Nimar
Die Zeit steht still - Yvonne Nimar
Willkommen zur Sommerausstellung der Künstler im Schloss!